Mit Hilfe von Beschichtungen erhalten Werkstückoberflächen spezifische Eigenschaften, welche das Trägermaterial nicht aufweist. Durch diese Aufgabenteilung können unterschiedliche Beanspruchungen gleichzeitig erfüllt werden. Dabei werden Form und Werkstoff des Trägers weitgehend durch die geforderten mechanischen Eigenschaften festgelegt. Die Belastung durch die Umgebung bestimmt die Auswahlkriterien für eine Schutzschicht und legt das Beschichtungsverfahren fest. Wir sprechen von einem Werkstoff- und einem Strukturfaktor, die es beide gleichzeitig zu optimieren gilt.
Die moderne Oberflächentechnik ist gekennzeichnet durch eine Vielzahl von Beschichtungsverfahren mit einer praktisch nicht mehr überschaubaren Anwendungsvielfalt. Sie fängt beim einfachen Farbanstrich an, um eine Oberfläche optisch zu verschönern und endet mit komplexen Schichtsystemen, z.B. keramische Multilayer auf Hartmetallwerkzeugen, abgeschieden aus der plasmaunterstützten Gasphase. Die Klassifizierung der Beschichtungsverfahren erfolgt mit Hilfe der Aggregatszustände des Schichtwerkstoffes unmittelbar vor der Schichtbildung.

Jedes Beschichtungsverfahren und die mit seiner Hilfe erzeugte Oberfläche muss ihre Berechtigung ständig neu beweisen. Letztendlich kann sich eine Beschichtung nur durchsetzen, wenn sie eine nachweisbare bessere und kostengünstigere Alternative bietet.
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